Häusliche Pflege durch osteuropäische Pflegekräfte in Deutschland

2017 hat das statistische Bundesamt wieder ein Pflegebericht veröffentlicht. In diesem wird die deutschlandweite Pflegesituation beschrieben. Dabei werden folgende Ergebnisse festgestellt:

Zum Jahresende 2017 gab es in Deutschland 3,4 Millionen Pflegebedürftige im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Die Mehrheit (63%) waren Frauen, 81 % der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter, 35 % waren 85 Jahre und älter. 76 % der Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt.
Das waren ca. 2,59 Millionen Menschen!
Von diesen erhielten 1765000 ausschließlich Pflegegeld, was bedeutet, sie wurden in der Regel zu Hause allein durch Angehörige gepflegt. 830000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten und ihre Pflege erfolgte zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. 24 %, also 818000 Pflegebedürftige wurden in Pflegeheimen vollstationär betreut.

Um die Veränderung der Pflegesituation deutlich zu machen, sollte man sich die Zahlen aus dem Pflegebericht 2015 anschauen:

Im Dezember 2015 waren nämlich 2,9 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Dies ist also ein Anstieg um 500000 Menschen bzw. 17 % innerhalb von zwei Jahren. Von den 2,9 Millionen Pflegebedürftigen wurden 73 % zu Hause versorgt. Das waren 2,08 Millionen Menschen.

Im Vergleich zu 2017 ist die Höhe um 510000 Menschen gestiegen, also um ca. 24,5 %. Die Anzahl der Pflegebedürftigen, die zu Hause durch Angehörige gepflegt wurden, betrug 2015 1,38 Millionen. Hier zeigen die Zahlen einen Anstieg um 380000 Pflegebedürftige, also um 27,5 % innerhalb zwei Jahren. 692000 Pflegebedürftige lebten 2015 ebenfalls zu Hause und deren Pflege erfolgte zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste. Der Anstieg der Pflegebedürftigen beträgt hier 138000, also um 20 %. Zu guter Letzt wurden im Jahr 2015 27 % aller Pflegebedürftigen, das sind 783000 Menschen, in Heimen vollstationär versorgt. Somit ist hier die Zahl der Pflegebedürftigen innerhalb von zwei Jahren um 35000 gestiegen, also nur um 4,5 %.

Festgehalten werden kann, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen innerhalb von zwei Jahren stark gestiegen ist. Es fällt auf, dass hier drunter, die durch Angehörige zu Hause versorgten Pflegebedürftigen den größten Anstieg hatten. Leider gibt es keine offiziellen Statistiken über die Anzahl der in Deutschland im Hause arbeitenden Pflegekräfte. Verdi schätzt aber, dass ca. 300000 Familien in Deutschland eine Pflegekraft aus Osteuropa engagiert haben.

Vergleicht man nun die weit mehr als 1,76 Mio. zu Hause nur durch Angehörige sowie auch mit Hilfe von ambulanten Pflegediensten versorgten Pflegebedürftigen mit den 300000 arbeitenden osteuropäischen Pflegekräften, so ist zu erkennen, dass die familiäre Entlastung in Zukunft noch weiter stark erhöht werden kann und auch werden muss.
Wenn Angehörige nämlich berufliche und eigene familiäre Pflichten nicht vernachlässigen wollen, ist eine intensive häusliche Pflege ihrer Familienmitglieder dauerhaft kaum zu bewältigen.

Ein ambulanter Pflegedienst kann dem Angehörigen seine Arbeit ganz abnehmen, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wenn die Bedürftigkeit des zu Pflegenden besonders hoch ist, reicht auch seine Hilfe nicht aus. Soll der zu Pflegende weiterhin in seinem zu Hause bleiben und nicht in ein Pflegeheim untergebracht werden, dann kommt nur noch eine häusliche rund um die Uhr Pflegekraft als Entlastung in Frage. Ein Grund, warum dann eine Pflegekraft aus Osteuropa empfehlenswert ist, sind die Kosten.

Würde man eine permanente (also 24 Stunden lang) häusliche Betreuung durch eine deutsche Pflegekraft sicherstellen wollen, müsste man gleich drei von diesen einstellen. Jede Kraft würde 8 Stunden am Tag in Schichten arbeiten. Bei einer Bezahlung einer ausgebildeten Krankenpflegerin in Höhe von 3000 Euro im Monat würde man also bei drei Pflegekräften auf monatliche Kosten in Höhe von 9000 Euro kommen.

Bei einer Sicherstellung der Pflege durch eine 24 Stunden Pflegekraft aus Polen, sieht die Situation anders aus. Sie ist bei einem polnischen Personaldienstleister angestellt und wird temporär nach Deutschland zum Arbeiten entsendet. Sie bleibt in ihrem Heimatland angemeldet, zahlt dort Steuern und ist dort auch krankenversichert. Je nach Qualifikation und Sprachkenntnissen sind die Kosten für so eine polnische 24 Stunden Pflegekraft in der Regel hier mit nur ca. 2000 bis 3000 Euro pro Monat viel günstiger für den Pflegebedürftigen und seine Angehörigen.

Da die Lebenshaltungskosten in Polen geringer sind, sind auch die Einkommensniveaus für verrichtete Arbeit niedriger. Neben den Kosten wird von vielen deutschen Personalagenturen oft auch noch die besonders engagierte und liebevolle Art und Weise der Betreuung durch eine polnische Pflegekraft hervorgehoben. Berücksichtigt man, dass die Anzahl der zu Haus versorgten Pflegebedürftigen in Deutschland aufgrund des demographischen Wandels in Zukunft noch weiter deutlich steigen werden, dann ist davon auszugehen, dass auch die Notwendigkeit von osteuropäischen Pflegekräften in Zukunft immer größer werden wird.

Um den aufkommenden Bedarf zu decken, werden schon existierende deutsche 24 Stunden Pflegepersonal Vermittler immer mehr Anfragen bekommen und ihr Geschäft ausbauen. Es werden zudem weiterhin immer mehr lokale Anbieter entstehen, die sich mit der regionalen Beschaffung von 24 Stunden Pflegekräften aus Osteuropa beschäftigen.

Schlussendlich kann sicher gesagt werden, dass die häusliche 24 Stunden Pflege durch osteuropäische Pflegekräfte in Deutschland ein absoluter Zukunftsmarkt ist.

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